Diagnostik

Pfeilstöcker Michael Univ.-Prof. Dr. Michael Pfeilstöcker

3. Medizinische Abteilung mit Onkologie

Hanusch Krankenhaus, Heinrich Collinstrasse 30, 1140 Wien
Tel 0043 (0) 1 / 910 21 85 430

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Bei Verdacht auf MDS müssen zunächst andere Ursachen von Zytopenien ausgeschlossen werden. Zur definitiven Diagnose ist anschliessend die Durchführung einer Knochenmarkspunktion erforderlich, da Dysplasien im peripheren Blut nicht ausreichend für die Diagnose beurteilt werden können und zusätzlich die Beurteilung des Knochenmarks  (auch mittels spezieller genetischer Untersuchungen) Aussagen über den Subtyp der Erkrankung, die Prognose und teilweise auch über mögliches Therapieansprechen ermöglicht. Ergänzend werden spezielle Laboruntersuchungen aus dem peripheren Blut durchgeführt.

Nach Bestimmung des Subtyps der Erkrankung und Erstellung eines Risikoprofil mittels sogenannter Prognosescores (wie zum Beispiel des IPSS – International Prognostic Scoring System – und seiner Weiterentwicklung IPSS-R)  kann der natürliche Verlauf der Erkrankung abgeschätzt werden (Zugehörigkeit zu Niedrig oder Hochrisiko MDS). Daneben geben prädiktive Faktoren Aufschluß über ein Ansprechen auf spezifische Therapien. Vor einer Therapieentscheidung müssen aber alle Ressourcen des Patienten in Betracht gezogen werden, bestimmte Behandlungsoptionen kommen nicht für jeden Patienten in Frage, insbesondere Begleiterkrankungen sind zu berücksichtigen.